ZenithOptimedia über den Werbemarkt 2012
Der aktuelle "Advertising Expenditure Forecast" von ZenithOptimedia wurde bereits im März veröffentlicht, und der nächste kommt erst wieder Anfang Juni, aber es gibt gerade einige Anfragen von Journalisten und interessierten Marktteilnehmern, wie wir die Entwicklung des deutschen Werbemarktes angesichts der jüngsten Nielsen-Zahlen einschätzen. Hier eine aktuelle Erläuterung von Frank-Peter Lortz, Chairman ZenithOptimeda:
"Der deutsche Werbemarkt steht 2012 weitgehend solide da. Die Konjunktur in Q1 mit niedriger Arbeitslosigkeit, stabiler Wirtschaftslage und gutem Konsumklima hatte positive Effekte auf das Werbeverhalten der Unternehmen. Dennoch ist klar, dass auch die deutsche Wirtschaft stark im europäischen Kontext zu sehen ist. Dort herrschen nach wie vor Unsicherheiten. Die Schuldenkrise in der Eurozone ist noch nicht überwunden. Für den Werbemarkt bedeutet dies, dass wir mit Blick auf Deutschland an unserer Prognose von Dezember fest halten, wonach wir für 2012 mit einem leichten Wachstum des Werbemarktes von 2,1 Prozent rechnen. Grund hierfür sind die zu erwartenden höheren Werbeinvestitionen der Unternehmen im Umfeld von Fußball-EM und Olympischen Spielen. Ohne diese sportlichen Großereignisse hätten wir für 2012 ein Stagnieren des deutschen Werbemarktes prognostiziert.
Wachstumsmotor des deutschen Werbemarktes ist das Internet. Die Werbeinvestitionen in Online-Display, Online-Video, Search, Social Media, etc. wachsen jährlich immer noch zweistellig (bis 2014 jährlich über 11 Prozent), während die Investitionen, insbesondere in Print, sinken. Zeitungen verlieren dieses Jahr 2,1 % ihrer Werbeeinnahmen, die Zeitschriften 0,8 Prozent. Da auch die Verlagshäuser inzwischen massiv in digitale Medienangebote investieren, ist das Bild der „ausblutenden“ Verlage schief. Im Zuge der Konvergenz verschmelzen die einzelnen Mediengattungen immer mehr miteinander. Was klassisch Print war, ist längst auch Online. Speziell im Bereich Bewegtbild ist die Grenze zwischen TV und Online schon so verschwommen, dass der Ruf nach einer allgemeinverbindlichen Konvergenzwährung immer dringender wird."





